Mitteilungen der Ostschweizerischen Geographischen Gesellschaft St. Gallen
Am 13. Januar 1878 wurde im Hotel Hecht in St. Gallen die Gründung einer Geographisch-Commerciellen Gesellschaft beschlossen. Sie bezweckte die «Pflege der geographischen Wissenschaft und die Förderung wissenschaftlicher und commercieller, schweizerischer Unternehmungen und Interessen …». Zur Festigung von Beziehungen in alle Erdteile ernannte die Gesellschaft ein weltweites Netzwerk von «Correspondierenden Mitgliedern». Berichte dieser «Korrespondenten» erschienen regelmässig in den «Mitteilungen», welche die Gesellschaft seit ihrer Gründung jährlich herausgab.
Ihre weltweiten Verbindungen nutzte die Ostschweizerische Geographisch-Commercielle Gesellschaft, um ethnografische Gegenstände aus aller Welt zu sammeln. So wurde die Gesellschaft zur Begründerin des Museums für Völkerkunde. Die Sammlung ging 1917 als Geschenk an die Ortsbürgergemeinde St. Gallen über. Im Jahr 1921 erhielt sie eine dauerhafte Bleibe im Historischen und Völkerkundemuseum. Seit 2016 beleuchtet die ethnographische Dauerausstellung «Welten sammeln» unter anderem die globale Dimension St. Gallens im Stickereiboom. Kürzlich entbrannte anhand von zwei Bronze-Objekten aus dem heutigen Nigeria auch in St. Gallen die Diskussion über koloniale Raubkunst. Die OGG hat somit eine bewegte, keinesfalls nur rühmliche Vergangenheit.
Kontakt:
Ostschweizerische Geografische Gesellschaft St. Gallen ogg-sg.ch